Die Traumschleife Hubertusrunde überrascht: Ein Hase auf dem Pfad, lila Fingerhut-Wände, ein Windrad über den Wipfeln – und das alles in 10,2 km.
Manche Touren haben einen Moment, der sich einbrennt. Bei der Traumschleife Hubertusrunde war es ein Hase. Er saß einfach mitten auf dem Schotterweg, die Ohren aufgestellt, komplett ungerührt – und schaute mich an, als wäre ich der Eindringling. War ich wohl auch.






Start am Hochwaldbad Nonnweiler
Die Tour startet am Hochwaldbad Nonnweiler, wo es einen großen Wanderparkplatz direkt am Ausgangspunkt gibt. Von der Autobahn A1 Richtung Nonnweiler abfahren, dann sind es nur wenige Minuten bis zum Parkplatz. Mit dem ÖPNV ist die Anreise ebenfalls möglich – Bushaltestellen befinden sich in der Ortschaft. Eine große Infotafel am Parkplatz zeigt den Streckenverlauf; wer mag, kann sich dort schon einen ersten Überblick verschaffen.
Durch Waldpfade und Fingerhutwälder
Die ersten Meter der Traumschleife Hubertusrunde führen auf einem schmalen, von moosbedeckten Ästen überwölbten Waldpfad ins Grüne. Das Licht fällt weich und diffus durch das Blätterdach, der Boden federt unter den Füßen – Moos, Wurzeln, feuchte Erde. Genau dieser Einstieg setzt den Ton für alles, was folgt.
Keine hundert Meter weiter dann der erste echte Hingucker: An beiden Seiten des Weges explodiert der lila Fingerhut (Digitalis purpurea) förmlich aus dem Boden. Nicht ein paar vereinzelte Pflanzen, sondern meterlange Säume aus Blütenkerzen, die sich an Lichtungen und Waldrändern entlangziehen. Im Sommer ist das ein Naturschauspiel, das ich so dicht selten gesehen habe.
Aussicht, Windkraft und ein Blick in den Himmel
Je höher man steigt – das Höhenprofil zeigt einen Anstieg von etwa 390 Metern Ausgangshöhe auf knapp 530 Meter – desto offener wird die Landschaft. An den Aussichtspunkten am Schankelberg und am Hascheid öffnet sich der Blick weit ins Tal. Plötzlich ragt ein einzelnes Rotorblatt einer Windkraftanlage über das sommerliche Blätterdach – eine seltsam faszinierende Szene, Industrietechnik trifft Naturidylle, unter einem dramatisch bewölkten Himmel mit Lichtdurchbrüchen.
Kurz danach steht man direkt unter der Windkraftanlage. Die Rotorblätter drehen sich langsam über dem Hangwald, rot-weiß gestreift, fast unwirklich groß. Ich habe lange dagegengestanden und fotografiert. Wer solche Kontraste mag – Natur und Technik, Stille und Bewegung – wird diese Stelle lieben.
Ebenfalls nicht zu übersehen: eine Infotafel zum Thema Mond, eingebettet in eine Lichtung mit Weitblick über bewaldete Hügel. Die Traumschleife Hubertusrunde gehört zu einem Astronomie-Lehrpfad in der Region – ein Detail, das man erst versteht, wenn man plötzlich vor einer solchen Tafel steht und unwillkürlich in den Himmel schaut.
Blumenwiesen, Waldhütte und die zweite Hälfte
Nach dem Höhepunkt der Aussichtspunkte wird die Strecke wieder ruhiger. Weite Blumenwiesen mit Wildkräutern tauchen auf, dahinter bewaldete Hügel und ein kleines Dorf – ein typischer Moment dieser Wanderung: Weite nach dem Wald. Dann taucht am Wegesrand eine moosbedeckte Waldhütte mit Holzveranda auf, ein stiller Rastplatz, an dem man die Füße ausstrecken und einfach sitzen kann. Ich habe hier meine Brotzeit gemacht und das Waldgeräusch genossen.
Der Rückweg führt durch kühl-schattige Pfade unterhalb des Kahlenbergs, vorbei an knorrigen Baumwurzeln und jungen Fichten auf moosbedecktem Waldboden – ursprünglicher Mischwald, der nicht nach Forstwirtschaft aussieht, sondern nach echter Wildnis. Das liegt daran, dass ein guter Teil der Strecke durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald verläuft, in dem die Natur sich selbst überlassen bleibt. Ein Geheimtipp am Rande: Wer am Wanderparkplatz an der Landstraße kurz inne hält, kann von dort einen Abstecher zum Keltischen Ringwall auf dem Dollberg einplanen – einer der mächtigsten keltischen Befestigungsanlagen Mitteleuropas, nur wenige Minuten entfernt.
Praktische Infos auf einen Blick
- Länge: 10,2 km, Rundtour
- Höhenunterschied: ca. 140 Hm (Start/Ziel ~392 m, Hochpunkt ~529 m)
- Schwierigkeit: Mittel – teils steile Anstiege, aber gut ausgeschildert
- Start/Ziel: Wanderparkplatz Hochwaldbad Nonnweiler (kostenlos)
- Anfahrt: A1 Abfahrt Nonnweiler, dann wenige Minuten ins Dorf
- Einkehr: Hochwaldbad Nonnweiler am Start/Ziel; Rastmöglichkeit an der Waldhütte auf der Strecke
- Ausrüstung: Feste Wanderschuhe empfohlen (Wurzelpfade, nach Regen teils matschig); im Sommer Sonnenschutz für die offenen Wiesenabschnitte
- Beste Jahreszeit: Sommer für Fingerhutblüte und Weitsicht, Winter bei Schnee ebenfalls lohnend
- GPS/Komoot: Tour auf Komoot
Die Traumschleife Hubertusrunde im saarländischen Nonnweiler ist kein einfacher Spaziergang, aber auch kein Kraftakt. Es ist eine Runde, die einen überrascht – mit Tieren, Blüten, Technik mitten im Wald und Ausblicken, die man so nicht erwartet. Wer einen klaren Kopf und etwas Zeit mitbringt, wird sie mögen.
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Ein alter Baum hat sich quer über den Pfad gelegt — nicht als Hindernis, sondern als Tor. Moosgrün, Erdbraun, das Licht, das durch die Blätter fällt. Dieser Moment auf der Traumschleife Hubertusrunde hält inne, bevor der Weg weitergeht. Als Fleecedecke bringt er diesen stillen So
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