Der Mullerthal W7 führt durch enge Felsschluchten, an bemoostem Sandstein vorbei – und endet am bekanntesten Wasserfall der Region.
Es gibt Wanderungen, die man plant, und solche, die man nicht vergisst. Der Mullerthal W7 gehört zur zweiten Kategorie. 10,6 Kilometer, kaum Höhenunterschied auf dem Papier (zwischen 214 und 370 Metern), aber dazwischen eine Landschaft, die einen immer wieder stoppen lässt – wegen eines moosbedeckten Felsens, eines Bachlaufs unter alten Steinbögen oder einfach weil das Licht durch das Blätterdach genau so fällt, wie man es sich erhofft hat.






Start: Spielplatz, Bach und erster Steilaufstieg
Die Tour startet am Parkplatz Heringer Millen in Müllerthal – Parkplatz direkt am Touristenzentrum, Anfahrt über die N11 oder per Bus (Haltestelle Müllerthal, ca. 150 Meter entfernt). Gleich zu Beginn passiert man einen großzügigen Spielplatz mit modernen Edelstahl-Geräten, eingebettet zwischen Laubwald und grüner Hügellandschaft – wer mit Kindern unterwegs ist, sollte hier die Rückfahrt einplanen, nicht den Hinweg, sonst läuft niemand mehr weiter.
Dann kommt der erste Anstieg, steil, aber kurz. Oben wartet ein Holzpavillon, dessen Dach längst vom Moos überwachsen ist – ein guter erster Stopp, auch weil der Blick durch die Balken in den Mischwald darunter ein schönes Gegenlicht-Motiv ergibt. Wer morgens früh startet, hat hier das beste Licht.
Das Herzstück: Felsschluchten, Wurzelpfade, stille Bäche
Die mittlere Etappe des Mullerthal W7 ist das, wofür man herkommt. Schmale Pfade schlängeln sich durch hohe Nadelbäume mit üppigem Farnbewuchs, das gefilterte Sonnenlicht wirft lange Schatten auf den Waldboden. Immer wieder quert man klare Bäche, deren Wasser über bemooste Steine plätschert – an einem dieser Übergänge steht eine alte Steinbrücke, unter der das Wasser so klar ist, dass man jeden Stein auf dem Grund zählen kann.
Dann kommt der enge Sandstein-Felsendurchgang: eine natürliche Schlucht, die Wände grün und feucht, der Sandstein mit Moospolstern bedeckt, die Passage so schmal, dass man den Rucksack vielleicht abnehmen muss. Kamera oder Smartphone unbedingt bereithalten – die Felsstruktur aus nächster Nähe ist eines der stärksten Motive der ganzen Tour. Kurz danach folgt die steilste Felstreppe des Weges: Trittsicherheit und gutes Schuhwerk sind hier Pflicht, Wanderstöcke helfen. Oben angekommen öffnet sich der Wald kurz, und man steht plötzlich auf einer sonnenbeschienenen Hangweide zwischen Koniferen – ein unvermittelter Kontrast zum schattigen Schluchtabschnitt davor.
Ein weniger bekanntes Detail am Wegesrand: Entlang der Schwarzen Ernz, die den W7 über weite Strecken begleitet, wurde unweit der Route einst das Skelett des sogenannten Loschbour-Mannes gefunden – ein Jäger und Sammler, der vor mehr als 8.000 Jahren hier lebte. Wer das weiß, schaut die Felsen mit anderen Augen an.
Der Abschluss: Kalktuffquelle und Schiessentümpel
Kurz vor dem Ende führt der Weg zur Kallektuffquelle, wo ein Wasserlauf leise über einen Felsvorsprung in einen glasklaren Teich rieselt – ruhig, mystisch, kaum touristisch. Hinweis aktuell (Stand Juli 2026): Der Holzsteg in diesem Bereich ist wegen Bauarbeiten gesperrt, eine ausgeschilderte Umleitung ist vorhanden, die Quelle bleibt erreichbar.
Dann, kurz vor dem Ziel: der Schiessentümpel. Die malerische Steinbrücke über dem Wasserfall ist das Aushängeschild des gesamten Mullerthal – und wer ihn noch nie gesehen hat, versteht sofort, warum. Frühmorgens ist man hier fast allein; ab Mittag füllen sich die Wege spürbar. Der Tipp: lieber um 8 Uhr starten als um 10.
Praktische Infos auf einen Blick
- Länge: 10,6 km, Rundweg
- Höhen: 214 m (Tal) bis 370 m (Hochpunkt), kaum Höhenmeter insgesamt – aber steile Einzelpassagen
- Start/Parken: Parkplatz Heringer Millen, Müllerthal (kostenlos)
- Anreise ÖPNV: Bus bis Haltestelle Müllerthal, ca. 150 m zum Start
- Beste Zeit: Hochsommer (die Schluchten sind angenehm kühl und schattig), Start vor 9 Uhr empfohlen
- Einkehr: Gasthaus direkt an der Route – das Mullerthal-Schild an der Hauswand markiert den Abzweig, lokale Küche
- Ausrüstung: Festes Wanderschuhwerk ist Pflicht, gerade bei Nässe; Wanderstöcke für die Felstreppe sinnvoll
- Mit Kindern: Machbar, aber die engen Felspassagen und steilen Treppen erfordern Aufmerksamkeit; Spielplatz am Start als Belohnung einplanen
- Hunde: Erlaubt, Leinenpflicht
Der Mullerthal W7 ist einer jener Wege, für die sich auch eine eigene Anreise nach Luxemburg lohnt – nicht wegen eines einzelnen Highlights, sondern wegen der Dichte: Schlucht, Wasserfall, Moos, Licht. Alles auf 10,6 Kilometern.
Übernachte in der Region – Ferienwohnungen rund um Kanton Echternach.
Unterkünfte in Consdorf ansehen
* Affiliate-Link: Bei einer Buchung erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht.
Hol dir Mullerthal an die Wand
Meine Aufnahmen von dieser Tour gibt es als hochwertige Poster — gedruckt und geliefert von Juniqe.
* Affiliate-Links: Bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht.