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Laubtunnel, Schieferfelsen und ein Bergwerk unter Tage – Schiefer-Wackenweg

Der Schiefer-Wackenweg führt durch grüne Tunnelpfade, vorbei an Quarzitfelsen und ins Innere eines echten Schieferbergwerks – 11,9 km, die überraschen.

Manche Touren sehen auf der Karte unspektakulär aus – und überraschen dann mit jeder Kurve. Die Traumschleife Schiefer-Wackenweg ist so eine. Startpunkt ist Thomm, Landkreis Trier-Saarburg, ein kleines Dorf, dessen Häuser und Dächer schon im Ort verraten, womit die Menschen hier jahrhundertelang ihren Lebensunterhalt bestritten haben: Schiefer. Wer genau hinschaut, sieht ihn überall – als Wandverkleidung, als Dachbelag, als dunkles Gestein an den Wegrändern.

Wie die Tour beginnt

Los geht es an der Kirche mitten im Ort. Schon nach wenigen Minuten verschwindet der Asphalt, und der Weg zieht sich als schmaler Pfad zwischen überhängenden Ästen hindurch – ein echter Laubtunnel, der den Blick geradeaus auf einen hellen Lichtpunkt am Ende des Grüns richtet. Das ist kein Filter, das sieht wirklich so aus. Der Boden wird weicher, die Schritte leiser, das Rauschen von Autos ist weg. Dann taucht der erste markante Schieferfelsen auf: dunkel, kantig, aus dem Hang herausgewachsen wie ein Zahn – umrahmt von altem Baumbestand, der im Sommerlicht fast golden wirkt.

Ins Noßerbachtal und zum Besucherbergwerk

Der Weg führt hinunter ins Noßerbachtal. Hier hört man zunächst nur den Bach, dann taucht das Naturdenkmal Herler Wacken auf – ein quarzitischer Felsenzug, der aus dem Wald herausragt und zum Klettern einlädt. Weiter geht es zum Besucherbergwerk Fell, dem eigentlichen Herzstück dieser Runde. Zwei übereinanderliegende Dachschiefergruben aus der Jahrhundertwende, verbunden durch einen 100 Meter langen Treppenschacht – das ist kein Museum mit Schautafeln, sondern echter Bergbau zum Anfassen. Zwischen April und Oktober werden Führungen angeboten; wer die Zeit hat, sollte das mitnehmen. Am Eingang zum Bergwerk wartet außerdem die Grubenschänke als Einkehrmöglichkeit – gut für eine Pause auf halbem Weg.

Was mich auf dieser Etappe besonders erwischt hat: Ein rostiger Grubenwaggon steht auf einer kleinen Aussichtsplattform am Hang, daneben eine Holzbank mit Blick in den Nadelwald. Das wirkt nicht inszeniert, sondern einfach gelassen stehen gelassen – und genau das macht es stimmig.

Höhenpunkte und der rustikale Pavillon

Nach dem Bergwerk zieht sich die Route stetig nach oben. Vorbei an der Thommer Schieferhalde öffnet sich der Blick auf die ersten Rebhänge des Moseltals – ein Moment, der einen kurz innehalten lässt. Irgendwo dazwischen steht ein rustikaler Holzpavillon mit Schieferdach und hängender Petroleumlaterne. Er wirkt, als wäre er schon immer dort gewesen. Eine gute Stelle, um kurz zu sitzen und zuzuhören.

Im letzten Abschnitt öffnet sich die Landschaft: trockenes Sommergras, alte Holzzaunpfosten, ein schmaler Trampelpfad, der an Wohnhäusern am Ortsrand vorbeiführt. Nichts Dramatisches – aber genau das hat seinen eigenen Reiz. Vor dem Rückweg in den Ort noch einmal Luft holen an der Sinnesbank mit Aussicht hinunter ins Moseltal.

Praktische Infos auf einen Blick

  • Start/Ziel: Kirche Thomm, Parkplatz am Bürgerhaus, 54317 Thomm (Landkreis Trier-Saarburg)
  • Länge: 11,9 km, Rundweg, ca. 3,5–4 Stunden
  • Höhenprofil: Start auf ~460 m, Tiefpunkt ~250 m (Thommerbachtal), moderate Aufstiege – der steilste kommt am Ende
  • Schwierigkeit: Moderat – bei Nässe können einzelne Abschnitte rutschig werden; festes Schuhwerk ist Pflicht
  • Einkehr: Grubenschänke am Besucherbergwerk Fell (saisonal), Bistro „Weinstein” vor Ort
  • Besucherbergwerk: Führungen April–Oktober, ideal für Familien mit Kindern
  • Anfahrt: Von Trier über die B52 Richtung Hermeskeil, Abzweig Thomm; ausgeschildert
  • ÖPNV: Bus über Regio-Plus-Bus erreichbar, Haltestelle Thomm

Was du einpacken solltest

Wanderschuhe mit Profil – keine Sneaker. Im Sommer reicht leichte Kleidung, aber etwas gegen Wind auf den Höhenlagen nicht vergessen. Wasser für die erste Hälfte mitbringen, da die Grubenschänke erst auf halber Strecke kommt. Wer das Bergwerk besichtigen will, plant besser 30–45 Minuten extra ein.

Geheimtipp: Direkt im Ort Thomm lohnt ein kurzer Blick auf die alten Hausfassaden – viele sind bis heute mit dem lokal abgebauten Schiefer verkleidet und erzählen still von der Bergbaugeschichte des Ortes. Wer das sieht, versteht, warum diese Traumschleife genau hier ihren Namen trägt.

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