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Rheinufer, Schelmenturm und Auen: Stadtspaziergang in Monheim am Rhein

Ein Stadtspaziergang in Monheim am Rhein, der Rheinpanorama, mittelalterliche Altstadt und weite Auen auf 3,4 km verbindet.

Wenn das Abendlicht flach über die Rheinauen streicht und die Windräder am gegenüberliegenden Ufer als Silhouetten im Dunst stehen, dann ist man auf der Entdeckerschleife Monheimer Altstadtrunde genau richtig unterwegs. Die Runde in Monheim am Rhein, Kreis Mettmann, misst gerade mal 3,4 km – aber sie packt mehr auf diese kurze Strecke als mancher Halbtagesweg.

Start am Rheinbogen: weite Auen, leises Wasser

Der Startpunkt liegt am Landschaftspark Rheinbogen, Parkplatz Schützenplatz, Am Werth 2 – kostenlos, gut erreichbar, auch mit dem Bus (Linien NE13 & NE14, Haltestelle Altstadt Monheim). Von hier aus geht es zunächst flussaufwärts durch die Rheinauen. Das Höhenprofil ist unspektakulär: zwischen 39 und 53 Metern, kein nennenswerter Anstieg. Was zählt, ist das Licht. Wer im Herbst nachmittags losläuft, erlebt die Auen in einem Goldton, der sich mit dem Grau des Rheins beißt – auf eine schöne Art. Breite Schotterwege wechseln mit gepfasterten Baumalleen, durch die das Abendlicht diagonal fällt. In den Weiden am Ufer rasten regelmäßig Reiher und Enten; wer ein Fernglas einpackt, wird hier gut bedient.

Der historische Hafenkran – ein Relikt am Wegesrand

Noch bevor man tief in die Altstadt eintaucht, passiert man einen markanten blauen Hafenkran, der markant über den Weg ragt. Er erinnert daran, dass Monheim am Rhein lange Zeit industriell geprägt war – und steht heute als Denkmal direkt am Straßenrand, frei zugänglich und kostenlos. Ein gutes erstes Motiv für die Kamera, besonders im Gegenlicht des frühen Abends.

Altstadt: Schelmenturm, Fachwerk und Skulpturen

Wenige Hundert Meter weiter öffnet sich die Monheimer Altstadt. Der Schelmenturm, das Wahrzeichen der Stadt, taucht plötzlich hinter einem großen Laubbaum auf – ein mittelalterlicher Stadtturm mit Torbogen, durch den Passanten im Gegenlicht flanieren. Direkt daneben: eine Bronzeskulptur einer tanzenden Figur an einer Backsteinmauer, im Hintergrund Fahrräder auf Kopfsteinpflaster. Die Altstadt wirkt lebendig, nicht museumsstückhaft.

Am Alten Markt lohnt eine Pause. Rund um den Platz gibt es Cafés und Biergärten – das Rheincafé in einem weißverputzten Fachwerkgebäude ist ein guter Anlaufpunkt nach oder während der Tour. Wer etwas Zeit hat: Die Monchronik, das dezentrale Stadtmuseum der Stadt, verteilt sich auf mehrere Stationen im Stadtgebiet – blaue Gänsefußabdrücke im Pflaster führen von Punkt zu Punkt.

Ein kleiner Geheimtipp, der sich auf dieser Route auftut: Sojus 7, ein altes Industriegebäude, das zu einem ungewöhnlichen Kulturzentrum umgebaut wurde. Es liegt etwas abseits des Mainstreams und ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese Stadt mit ihrer Vergangenheit umgeht.

Zurück ans Wasser: der Piwipp-Anleger

Am Ende der Schleife kehrt man ans Rheinufer zurück. Hier liegt der historische Fähranleger Piwipp – ein Ort mit langer Geschichte: Seit dem Jahr 1374 ist der Fährbetrieb zwischen Monheim und dem gegenüberliegenden Ufer urkundlich belegt. 1977 stellte die letzte Fähre den Betrieb ein; seit 2013 pendelt das „Piwipper Böötchen” wieder saisonal über den Rhein. Am Anleger lässt sich gut innehalten, der Blick geht weit über den Fluss – auf die begrünte Böschung drüben, auf Windräder am Horizont, auf das silbrige Wasser im Abendlicht.

Praktische Infos auf einen Blick

  • Länge: 3,4 km, Rundweg, kaum Höhenunterschied – geeignet für alle Altersgruppen
  • Parken: Kostenloser Parkplatz am Landschaftspark Rheinbogen, Am Werth 2, 40789 Monheim am Rhein
  • ÖPNV: Bus NE13 & NE14, Haltestelle Altstadt Monheim
  • Einkehr: Rheincafé am Alten Markt, weitere Cafés und Restaurants in der Altstadt
  • Ausrüstung: Feste Schuhe empfehlenswert (Schotter- und Pflasterwege), im Herbst warme Jacke für die Auen
  • Beste Zeit für diese Route: Nachmittags bis Abend, damit man die goldene Stunde in den Rheinauen mitnimmt
  • Komoot-Tour: Tour #3263675295

Im Oktober besonders lohnenswert

Im Oktober verwandeln sich die Rheinauen in ein Spektakel aus Gold und Orange – und die Besucherzahlen fallen gegenüber dem Sommer deutlich. Für ruhige Aufnahmen am Alten Markt und an der Promenade ist das die beste Zeit. Der Rhein-Nebel in den frühen Morgenstunden gibt der ganzen Runde eine andere Qualität – wer früh startet, hat die Strecke für sich. In Nordrhein-Westfalen gibt es kaum eine kürzere Runde, die in unter zwei Stunden so viel Fluss, Geschichte und Stadtleben kombiniert.

Übernachte in der Region – Ferienwohnungen rund um Mettmann.

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